Die Sturmflut von 1962 ist tief im kollektiven Gedächtnis der Stadt Hamburg verankert und die Ereignisse werden deutschlandweit erinnert. Damals starben mehr als 300 Menschen, unzählige Nutz- und Haustiere ertranken, Landwirtschaftsbetriebe, Wohn- und Geschäftshäuser wurden zerstört. Tausende Einwohner_innen der damals überfluteten Stadtteile aber haben dieses Ereignis überlebt, und viele von ihnen können noch heute davon erzählen. Von großer Bedeutung sind diese Erinnerungserzählungen, da sie den Betroffenen nach der Überwindung von Chaos und Verlusterfahrungen auch zur Herstellung von innerer Ordnung verhalfen. Die Analysen der über fünfzig Interviews verdeutlichen darüber hinaus, dass die Befragten ein profundes Erfahrungswissen eint, das – in Hinblick auf mögliche zukünftige Gefahren durch Sturmfluten beziehungsweise Hochwasser – auch eine Form von Risikobewusstsein darstellt. Somit sind die Erinnerungserzählungen Bestandteil von Cultures of Awareness. Die Ergebnisse dieser Untersuchung, welche die Methoden der volkskundlich-kulturanthropologischen Erzählforschung mit denen des ethnografischen Films verbindet, sind daher ebenfalls ein Beitrag zur aktuellen transdisziplinären Erforschung von Resilienz und Vulnerabilität. Der hier online zugänglich gemachte Dokumentarfilm Flut 1962 – Erinnern. Gedenken. Erzählen. fasst die wesentlichen Befunde der Studie zusammen und überführt sie in Bild und Ton.

Publikationstyp: Hochschulschrift

Sparte: Universitätsverlag

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-86395-442-0 (Print)

URN: urn:nbn:de:gbv:7-isbn-978-3-86395-442-0-4

Flut 1962 – Erinnern. Gedenken. Erzählen. (2007, 60 Minuten) https://doi.org/10.5446/45883