Diese Dissertation untersucht die Konservative Revolution nicht als ein ausschließlich deutsches Phänomen der Weimarer Republik, sondern als Teil eines transnationalen intellektuellen Austauschs. Im Zentrum steht die Frage, in welchem Maße konservativ-revolutionäre Denkansätze durch kontinuierliche Auseinandersetzungen mit französischen Intellektuellen geprägt wurden und inwiefern umgekehrt die französischen non-conformistes des années 30 ihre Ideen im Austausch mit der deutschen Konservativen Revolution entwickelten. Auf deutscher Seite stehen insbesondere jüngere Vertreter wie Ernst Jünger, Ernst Niekisch, Harro Schulze-Boysen, Otto Strasser und Hans Zehrer im Fokus. Auf französischer Seite werden Gruppierungen wie Jeune Droite, Ordre Nouveau und Esprit analysiert, deren Akteure sich selbst als „ni droite ni gauche“ verstanden. Die Arbeit zeigt, dass beide Strömungen in ihrer Kritik an Liberalismus, Parlamentarismus und Kapitalismus sowie in ihrer Deutung der Moderne eng miteinander verbunden waren. Auf der Grundlage von Zeitschriften, Monographien, Briefen und Manuskripten rekonstruiert die Studie die Netzwerke, Austauschprozesse und ideellen Verflechtungen zwischen Deutschland und Frankreich. Sie leistet damit einen Beitrag zu einer transnationalen Ideengeschichte der Zwischenkriegszeit und plädiert für eine Neubewertung der Konservativen Revolution jenseits nationalgeschichtlicher Perspektiven.
Publikationstyp: Hochschulschrift
Sparte: Universitätsdrucke
Sprache: Deutsch



