Dieses Buch ist eine ethnographische Arbeit zur Entwicklung des Rechts auf die Stadt von ländlichen Arbeitsmigrant*innen in China in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie urban citizenship von Arbeitsmigrant*innen ausgehandelt und erkämpft wird: auf der Ebene von Diskursen, Praktiken und Organisationen. Als empirische Grundlage dient eine Fallstudie aus der Stadt Hangzhou, in der die Umwandlungen einer migrantischen Selbsthilfeorganisation genealogisch analysiert werden. Die Autorin rekonstruiert den Kampf um urban citizenship entlang dreier Phasen migrantischer Subjektivierung: being grassroots, becoming volunteer und from volunteer to new urban citizen. Sie zeichnet dabei den verschränkten Prozess der Verschiebung von Subjektpositionen und der organisationalen Umpositionierung nach, im Spannungsfeld zwischen Aktivismus, freiwilligem Engagement und Governance. Das Buch leistet einen Beitrag zur kritischen Citizenship- und Migrationsforschung, indem es die Verwischung der Grenzen zwischen Aktivismus und Governance in der Citizenship-Politik in den Vordergrund rückt und migrantische Selbstorganisation als Schnittstelle zwischen aktivistischem Anspruch und staatlicher Integrationspolitik analysiert. Damit trägt es zugleich zur Diskussion über Citizenship jenseits der binären Gegenüberstellung von China und dem Westen bei.
Publikationstyp: Hochschulschrift
Sparte: Universitätsverlag
Sprache: Deutsch



