Die deutsche Transplantationsmedizin kämpft seit Jahren mit einem gravierenden Organmangel und liegt im europäischen Vergleich deutlich zurück. Während bisher vor allem organisatorische Reformen im Fokus standen, blieb das geltende Todeskriterium – der irreversible Hirnfunktionsausfall – unangetastet. In einem interdisziplinären Projekt am Göttinger Zentrum für Medizinrecht wurde untersucht, ob die Einführung der Organspende nach Kreislaufstillstand (DCD) eine sinnvolle Ergänzung sein könnte. Die medizinischen Analysen zeigen ein erhebliches zusätzliches Spenderpotenzial. Medizinethisch wird vor allem die „Dead Donor Rule“ diskutiert, insbesondere die Frage, ob ein permanenter Funktionsausfall statt absoluter Irreversibilität ausreichen kann. Juristisch wird geprüft, ob DCD mit Verfassungsrecht, Strafrecht und dem Transplantationsgesetz vereinbar wäre, unter Einbezug internationaler Erfahrungen. Der Band versteht sich als Auftakt zu einer vertieften Debatte darüber, ob Deutschland sein Organspendesystem erweitern darf und sollte, um mehr Menschen auf den Wartelisten zu helfen.
Publikationstyp: Sammelband
Sparte: Universitätsverlag
Sprache: Deutsch
Beiträge
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1. Vorwort (Seiten 7-8)
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2. Sind Organspenden nach Kreislaufstillstand in Deutschland denkbar? (Seiten 9-42)
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3. Donation after Cardiac Death (DCD) – ein medizinethisches Review (Seiten 43-69)
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4. Donation after Cardiac Death (DCD) – mögliche Schlussfolgerungen aus dem medizinethischen Review für die Debatte in Deutschland (Seiten 71-80)
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5. Donation after Cardiac Death (DCD) – die rechtliche Perspektive (Seiten 81-103)
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6. Zur Bedeutung der Irreversibilität im rechtlichen Todeskriterium (Seiten 105-125)



