In der Debatte um die deutsche Migrationspolitik wird immer wieder die Bedeutung von gemeinsamen Werten für eine gelingende Integration betont. Dementsprechend ist im Jahr 2005 der sog. „Orientierungskurs“ vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) eingerichtet worden, zu dessen Aufgaben es gehört, die Teilnehmenden mit den tragenden Leitwerten der Bundesrepublik Deutschland bekannt zu machen und sie zur Akzeptanz dieser Werte zu bewegen. Wie, mit welchen Mitteln, aber auch mit welchen Problemen und Schwierigkeiten diese anspruchsvolle Aufgabe in der Praxis umgesetzt wird, ist bislang jedoch, trotz des massiven öffentlichen Interesses an diesem Thema, weitgehend unerforscht geblieben. Das vorliegende Buch liefert erste empirisch fundierte Erkenntnisse über die Arbeit der Demokratie- und Wertevermittlung in Orientierungskursen. Dabei geht es zunächst der Frage nach, was Werte überhaupt sind, wie sie sich herausbilden, in welcher Hinsicht sie eine kulturelle und gesellschaftliche Relevanz beanspruchen können und welche theoretischen und didaktischen Konzepte zu ihrer Vermittlung existieren. Den Hauptteil der Untersuchung bildet eine qualitative empirische Studie, in deren Rahmen Kursleiter*innen in ausführlichen Gesprächen über Lehrerfahrungen, wertedidaktische Strategien und Vermittlungsprobleme sowie über normative Differenzen und Konflikte mit den Teilnehmenden Auskunft geben.

Publikationstyp: Monographie

Sparte: Universitätsdrucke

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3-86395-384-3 (Print)

URN: urn:nbn:de:gbv:7-isbn-978-3-86395-384-3-0